Wer hat das Klopapier erfunden?

Ja, wer hat’s erfunden? Also, es waren nicht die Schweizer. Es war ein Amerikaner namens Joseph Gayetty. Laut Überlieferungen erfand er das “commercial toilet paper”, was wohl soviel heißt wie: Papier wurde eigentlich schon zuvor zum Abwischen benutzt. Es musste nur erst ein cleverer Geschäftsmann kommen, der daraus eine Einnahmequelle macht. Das war 1857. Gayetty verkaufte 500 Blatt zum Preis von 0,50 US Dollar.

Das besonders Clevere daran: Das Papier wurde als “medizinisches Produkt” angepriesen. Es enthielt Aloe und sollte gegen Hämorrhoiden helfen. Ob es tatsächlich geholfen hat, ist nicht überliefert. Aber schlimmer geworden sind die Beschwerden scheinbar auch nicht, sonst wäre der weltweite Papiersiegeszug womöglich in den Anfängen erstickt worden.

Klopapier-Anzeige von 1886

Klopapier-Anzeige von 1886

Die Anzeige könnte ich mir sehr gut in der heutigen “Apothekenumschau” vorstellen und hätte dazu gleich noch ein paar Geschäftsideen. Klopapier gegen Verstopfung, Klopapier gegen Blasenentzündung, Klopapier gegen Menstruationsbeschwerden …

Die erste deutsche Fabrik für ganz normales Toilettenpapier wurde übrigens 1928 von Hans Klenk (Hakle) gegründet. Einer der ersten Werbeslogans damals: “Verlangen Sie eine Rolle Hakle, dann brauchen Sie nicht Toilettenpapier zu sagen!”



Gekackt von Britt am 5. Juni 2009 um 06:03 Uhr.
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Es wurden schon 5 Kommentare gekackt.

  1. Dirk kackte am 05.06.2009 um 08:45 Uhr:

    Mein Opa hat 17 Jahre (1959-1976) bei Hakle in Mainz gearbeitet. Er war Kugelkocherführer im Drei-Schicht-Betrieb, denn die Kocher waren rund um die Uhr in Betrieb. Auch an Weihnachten und Ostern und überhaupt an Feiertagen. Mein Vater erzählte mir, dass Opa manchmal nach Hause kam und die Taschen voller Ausschussware hatte. Also Toilettenpapier, das wieder gekocht und verarbeitet werden sollte. Echtes Klopapier war in den 1960er Jahren ein Luxus, denn meist wurde mit Zeitungspapier abgewischt. Und meine Verwandten tauschten das Papier auch manchmal gegen andere Sachen ein.

    Hakle veranstaltete damals jährlich ein Familienfest auf dem Firmengelände. Die Mitarbeiterfamilien wurden mit Bussen abgeholt und es gab reichlich Essen und Trinken. Und für die Kinder wurde extra ein Karusell aufgestellt. Das war damals was ganz Besonderes.

    Und natürlich hatte Hakle auch schon eine Mitarbeiterzeitschrift. Gestaltet wurde sie vom damaligen Prokuristen Herbert Bonewitz, der auch die Mainzer Fastnacht und die Mundart entscheidend geprägt hat.

    Und so schließt sich der Kreis wieder. Der Enkel betreibt heute den Kackblog und hat zusammen mit Britt auch beruflich mit der Familie Bonewitz zu tun. :mrgreen:

  2. Damaris kackte am 05.06.2009 um 20:16 Uhr:

    Cool – mal wieder was gelernt – vor allem den Werbeslogan finde ich klasse :mrgreen:

  3. load kackte am 06.06.2009 um 02:32 Uhr:

    Als ich die Überschrift gelesen hatte, da dachte ich sofort an … die Schweizer von Ricola.. aber die waren es ja (leider) nicht… sonst wären jetzt heute Kräutermischungen an meinem HIntern ..

    *grins*

  4. rebhuhn kackte am 12.12.2009 um 14:47 Uhr:

    gut zu wissen, daß hakle wie haribo aus ‘nem stinknormalen namen kommt ;) !

  5. Dirk kackte am 12.12.2009 um 17:28 Uhr:

    Das Mainzer Hakle-Werk wurde inzwischen von WEPA übernommen und vor wenigen Tagen fast überschwemmt. Ist aber alles gut gegangen.
    http://twitter.com/kackblog/status/6540071913

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Hier steht zwar eine Menge Kacke, aber dennoch behalten wir uns vor einen Kommentar zu löschen, wenn dieser einen eindeutig werblichen Charakter hat, aus unserer Sicht zu vulgär oder einfach nur blöde ist.

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