Toilettenpapier-Panik in Japan im Herbst 1973
An den Benzinpreisen merken wir ja alle, wenn die Ölpreise steigen und manchmal merken wir auch, wenn sie sinken. 1973 jedenfalls gab es bedingt durch relativ hohe Inflationsraten und steigende Ölpreise eine große Ölkrise. Die „älteren“ unter uns erinnern sich sicherlich an die autofreien Sonntage und an Aufnahmen von leeren Straßen. Das war aber nicht nur bei uns so, sondern überall auf der Welt. Zuvor kam es aber zu Panikkäufen an den Tankstellen.
In Japan kam damals das Gerücht auf, dass es zu Produktionsengpässen bei der Herstellung von Toilettenpapier kommen könnte. Dieses Gerücht hatte zur Folge, dass besorgte Hausfrauen die Supermärkte stürmten, um noch schnell das letzte vorhandene Toilettenpapier zu kaufen. Das wiederum schien das Gerücht für andere zu bestätigen und die Spirale der Hamsterkäufe von Toilettenpapier begann sich zu drehen.

Die Regierung drängte daraufhin die Klopapierproduzenten, ihre Lagervorräte auf den Markt zu werfen, aber trotzdem stieg der Preis für das nun knappe Gut recht sprunghaft an. Anfang November eskalierte dann die Situation in einem Supermarkt in Amagasaki dermaßen, dass eine 83-jährige Frau bei einer Massenschlägerei um die Klopapierrollen schwer verletzt wurde. Letztendlich konnte die Regierung die Bevölkerung beruhigen, die Versorgung mit Toilettenpapier sicherstellen und so weitere Panikkäufe verhindern. Diese Ereignisse im Herbst 1973 sind als die „Toilettenpapier-Panik“ in die japanischen Geschichtsbücher eingegangen.
Interessanterweise gab es Mitte der 1970er Jahre eine ähnliche Entwicklung in Hawaii, wo die Nachschubprobleme in der Ölversorgung nicht nur zu langen Schlangen an den Zapfsäulen sondern – genau wie 1973 in Japan – zum Run auf Toilettenpapier führten. Hier kamen zwar keine Menschen zu Schaden, aber die Ausgabe des Papiers wurde zeitweise auf eine Rolle pro Person pro Einkauf rationiert.
Wenn ich mir überlege, wie lange bei mir eine Rolle hält, hätte ich damals echte Bedenken um meine Ritzenhygiene gehabt.
Quelle: Anke Scherer, Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Ostasienwissenschaften – Geschichte Japans
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Gekackt von Dirk am 21. Februar 2008 um 08:46 Uhr.
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Stichworte: angst, asien, historisch, klopapier, psyche, shopping









Nun hätte man ja auch auf Waschlappen ausweichen können. Aber damals haben dieFabriken der Klorollenerzeuger bestimmt Gold geschissen. Wenn die diesen Scheiß mal nicht selbst in die Welt gesetzt haben….
Das war auch mein erster Gedanke.
Sollten wir uns vielleicht ein Paket Aktien von Hakle und so kaufen und….
Mein Opa war viele Jahre bei Hakle beschäftigt. Ich hätte da vielleicht noch Connections.
Dazu muss ich übrigens auch mal einen Beitrag schreiben. Aber vorher kommt Ulfi mit seiner Geschichte dran.
Da zeigt sich mal wieder: selbst in de größten Krise ist eines sicher: gekackt wird immer
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