Studentin aus Darmstadt entwirft die Toilette der Zukunft

Ronja Scholz, Designstudentin der Hochschule Darmstadt

Ronja Scholz (22), Designstudentin der Hochschule Darmstadt. (Bild: ZEWA)

Wenn das kein Siegerlächeln ist, dann weiß ich auch nicht, wie eine glückliche Gewinnerin aussehen soll! Ronja hat am vergangenen Mittwoch - das war passenderweise der Welttoilettentag - den 1. Platz  für ihre Komposttoilette beim Zewa Soft Design Award 2008 “So sieht die Toilette der Zukunft aus” gewonnen. Jetzt ist sie um 3.000,- Euro reicher und hat allen Grund, über alle Backen zu strahlen.

Komposttoiletten sind ja eigentlich nichts neues. Mit ihrem Entwurf zeigt uns Ronja aber, dass es auch schick geht. Ein Kompostverfahren ohne Wasserverbrauch und ein anspruchsvolles Design sind kein Widerspruch mehr, sondern für private und öffentliche Toiletten eine Option für die Zukunft. Es funktioniert ähnlich wie ein Plumpsklo. Der größte Unterschied ist jedoch, dass bei der Komposttoilette die festen von den flüssigen Ausscheidungen getrennt werden. Der Urin kann entweder zum Düngen verwendet oder einfach ins Abwassersystem geleitet werden. Die Fäkalien werden mit anderen wieder verwertbaren Stoffen gesammelt und kompostiert.

Edle Schüsseln, designprämiert.

Edle Schüssel, designprämiert. (Bild: ZEWA)

Und hier ein paar konzeptionelle Gedanken zum Design:

Die Form reduziert die Sitz- und Berührungsfläche ohne den Komfort zu mindern. Außerdem lässt sie sich gut reinigen, da es kaum Ecken oder Absätze gibt, in denen sich Schmutz ansammeln kann.

Die Oberfläche besteht aus einer selbstreinigenden Keramik mit Lotuseffekt. Der selbstreinigende Effekt funktioniert mit Hilfe von Photokatalyse: Titandioxidmoleküle mit einem Elektronenloch entreißen allen Bakterien, Viren oder Schmutzpartikeln ein Elektron und zerstören sie somit. Sie lösen sich auf und werden durch den Lotuseffekt beseitigt. Das Titandioxidmolekül wird durch Lichteinstrahlung regeneriert.

Die Sitzflächen sind aus CeraDomo-Keramik, weicher und wärmer als eine herkömmliche Keramik und dank Photokatalyse und Lotuseffekt ebenfalls sehr hygienisch. Viele legen auf öffentlichen Toiletten Klopapier unter, um nicht mit der Brille in Kontakt zu kommen. Um dieser Verschwendung vorzubeugen gibt es Auflagen, die aus gepressten Holzresten bestehen. Jeder Benutzer kann ein neues Paar auflegen und hat so eine „persönliche Klobrille“. Da sie aus dem Biomaterial gefertigt sind, das ohnehin in die Kompostanlage eingebracht werden muss, werden sie nach der Benutzung einfach durch die Toilette entsorgt. Es findet also eine effiziente Doppelnutzung statt.

Der Toilettendeckel wird von den meisten Menschen in öffentlichen Toiletten als eklig empfunden, deshalb verzichtet der Entwurf darauf. Es ist ein Klappensystem angedacht, das den Einblick in das Fallrohr beim Betreten der Toilette verhindert. Durch eine Dreh-Kipp-Bewegung wird die flexible Klappe senkrecht gestellt. Sie öffnet so die Toilette und fungiert als zusätzlicher Trennsteg zwischen Urin-Auffang und Fallrohr.

Quellen: www.jeschenko.de/presse/zewasoft/designwettbewerb und www.zewa.de/designwettbewerb/

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Es wurden schon 2 Kommentare gekackt.

  1. Stef kackte am 21.11.2008 um 11:23 Uhr:

    Da kommt sie auch noch gleich aus Darmstadt. Wie passend!

  2. Patricia kackte am 24.11.2008 um 18:51 Uhr:

    Jetzt braucht der Mensch der Zukunft nur noch einen kreisrunden Po, dann passt es perfekt.

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