
© Rolf van Melis / pixelio
Die Redewendung vom Stinkefinger geht auf die Antike zurück. Die Römer nannten ihn digitus impudicus. Digitus ist der Finger. Impudicus heißt schamlos oder unverschämt. Es war also der “unverschämte Finger”, den die Tribune, Präfekten und Imperatoren in den Reichshimmel streckten.
Wer diese Geste dazu erfunden hat ist leider nicht bekannt. Es war wohl einfach eine beliebte Volksgeste, die wohl auch damit zu tun hat, dass die Konstellation aus ausgestrecktem Mittelfinger und den angewinkelten Nachbarfingern eine phalloide Anmutung hat. Dass der Finger schon damals ganz klar eine sexuell aufgeladene Bedeutung hatte, wird deutlich, wenn der römische Dichter Martial schreibt: Rideto multum, qui te, Sextille, cinaedum dixerit, et digitum porrigito medium. Lache jeden aus, Sextilus, der dich weibisch oder verweichlich genannt hat und strecke ihm den Mittelfinger entgegen.
Manche Quellen berichten auch davon, dass römische Strichjungen sich auf den Straßen zu erkennen gaben, indem sie den Mittelfinger in ihr Kopfhaar schoben. Kurz, der Mittelfinger hatte ganz klar damals schon eine anstößige Bedeutung, und das hat sich übers Mittelalter bis heute durchgezogen. Und wenn wir an Stefan Effenberg denken mit seinem Stinkefinger im Stadion von Dallas bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994, dann hat er letztlich ein Stück römisches Kulturerbe aufleben lassen. Andere zitieren lateinische Verse – Effenberg zitiert römische Gesten.
via SWR – 1000 Antworten – Frag den Paal
Gekackt von Britt am 12. Oktober 2009 um 06:10 Uhr.
Stichworte:
historisch,
kluggeschissen,
rom,
sprache8 Kommentare »
Ihr kennt doch Blattgold. Diese extrem dünnen Blättchen aus echtem Gold, mit denen alles mögliche hochwertig verziert wird. Um Blattgold herzustellen braucht man ganz feine Trennblätter und das ideale Material dafür ist die so genannte Goldschlägerhaut. Die Goldschlägerhaut (Darmserosa) – und jetzt bekomme ich die Kurve zum Kackblog – wird aus der äußersten Hautschicht vom Blinddarm eines Rindes hergestellt. Nach dem Spannen und Trocknen ist diese Haut nur 0,05-0,1 mm dick und sie verhindert, dass die Goldblättchen aneinander kleben.
Anfang des 20. Jahrhunderts fand man noch andere Verwendung für die Goldschlägerhaut: In der angehenden Luftschifffahrt. Gummierter Stoff wurde schnell brüchig und neigte zu statischer Aufladung, also wurden die Gaszellen aus Goldschlägerhäuten genäht, die in bis zu sieben Lagen auf eine Trägerschicht aus Stoff aufgebracht wurden. Für eine Gaszelle wurden die Blinddarmhäute von rund 50.000 Rindern benötigt. Eine extrem aufwändige Prozedur.
Heute werden für die Luftfahrt natürlich synthetische Stoffe verwendet und auch beim Blattgoldschlagen haben sich andere Techniken gefunden.
via Willis Besserwisserseite, Newsletter 3909
Gekackt von Dirk am 27. September 2009 um 06:43 Uhr.
Stichworte:
kluggeschissen1 Kommentar »

Bild: www.kevinvanaelst.com
Verklebt ein verschluckter Kaugummi eigentlich den Magen? In meiner Kinderzeit musste ich mir allerlei Blödsinn anhören: Pass auf, ein Kaugummi bleibt sieben Jahre lang im Magen! Oder: Wasser und zuviel Eis macht Läuse im Bauch! Pahh, alles Quatsch! Inzwischen kenne ich Menschen, die jeden Tag mindestens fünf Kaugummis runterschlucken. Mit Absicht. Und die leben immer noch, obwohl sich da theoretisch in den letzten sieben Jahren einiges angesammelt haben dürfte.
Mit dem verschluckten Kaugummi verhält es sich nämlich genau so wie mit anderen unverdaulichen Dingen. Den ganzen Artikel lesen »
Gekackt von Britt am 9. August 2009 um 07:26 Uhr.
Stichworte:
kluggeschissen,
organe,
verdauung9 Kommentare »
Weil in den letzten Tagen vermehrt Anfragen kamen, warum auf Toilettenschildern oft die Ziffernfolge “00″ benutzt wird, leisten wir an dieser Stelle nochmal Aufklärungsarbeit.
Im 19. Jahrhundert begann man durch die Erfindung des Aufzugs größere Hotels mit mehreren Etagen zu bauen. Die Toiletten befanden sich üblicherweise im Erdgeschoss in der Nähe des Treppenhauses. Und im Erdgeschoss begann nun auch mit 01, 02, 03 usw. die Durchnummerierung der Zimmer. Um die Toilette in diese Nummerierung einzuschließen, bekam diese die zweistellige Nummer 00.

Übrigens entspricht der europäische 1. Stock dem amerikanischen Erdgeschoss. Wir beginnen quasi bei der Nummerierung mit der 0. Etage und in Amerika ist das der First Floor. Daraus schlussfolgern wir, dass die Bezeichnung “00″ eine europäische Erfindung ist.
Gekackt von Dirk am 17. April 2009 um 06:19 Uhr.
Stichworte:
00,
kluggeschissen,
wc1 Kommentar »
Wir schweben über den Dingen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn wenn wir auf der Klobrille zu sitzen meinen, schweben wir in Wahrheit einen hundertmillionstel Zentimeter darüber, weil unsere Elektronen und die der Brille sich abstoßen. Ist das dann schon die magische Levitation? Jedenfalls kackt es sich mit diesem Wissen gleich viel geschmeidiger.

© geralt / PIXELIO
Gekackt von Dirk am 16. Februar 2009 um 14:19 Uhr.
Stichworte:
kluggeschissen,
wissenschaft5 Kommentare »
Die Eisinsel Grönland wird sich am 21. Juni 2009 von Dänemark lösen und weitgehend unabhängig sein. Ein nicht einfaches Vorhaben, aber eine Volksabstimmung unter den rund 39.000 Grönländern hat das so ergeben. Dabei werden nicht nur die dänischen Subventionen minimiert, sondern vor allem die Jäger im ewigen Eis müssen radikal umdenken. Eisbären- und Robbenjagden erhalten zwar die Tradition, werden für Familien finanziell aber nicht mehr ausreichen.

© webimpact, Renata Schultheiss / PIXELIO
Bei Wintertemperaturen von bis zu -30 Grad Celsius gefriert selbst einem erfahrenen Inuit die Wurst beim Kacken. Da ist es nicht drin, mal eben schnell raus zu gehen und in eine Grube zu kacken. Und selbst wenn, mit was soll man denn abwischen? Außerdem wird man kilometerweit von allen gesehen, wenn nicht gerade ein Eissturm wütet. Und viel schlimmer noch: Die Eisbären würden vermutlich vom Fäkaliengeruch angelockt und die streifen dann tagelang um die Hütte oder den Iglu. Den ganzen Artikel lesen »
Gekackt von Dirk am 5. Januar 2009 um 06:17 Uhr.
Stichworte:
chemietoiletten,
grönland,
kluggeschissen,
winter3 Kommentare »
Man kennt das ja von Hunden, die an jeder Ecke kurz ihr Bein heben und mit einem Urinstrahl ihr Revier markieren. Aber Hunde sind nicht die einzigen Tiere, die mit ihren Ausscheidungen kommunizieren. Ein Beispiel hierfür sind Uhus. Die platzieren ihre Exkremente schön sauber rund um ihr Nest, stecken damit ihr Territorium ab und teilen anderen Uhus mit, ob sie gerade brüten oder auf Partnersuche sind und was es zum Mittagessen gab. Bisher gingen Forscher immer davon aus, dass Nachtvögel wie Eulen hauptsächlich über Laute und nicht visuelle Signale kommunizieren. Aber das haben spanische Biologen nun erforscht und ein bisschen mit den Tieren rumexperimentiert.

© röda hexa / PIXELIO
Den ganzen Artikel lesen »
Gekackt von Dirk am 28. Dezember 2008 um 06:27 Uhr.
Stichworte:
exkremente,
forschung,
kluggeschissen,
tiereSchreibe den ersten Kommentar! »
Der iPod Apple hat auf den ersten Blick mit dem täglichen Stuhlgang wenig bis gar nichts zu tun. Nun gut, der ein oder andere nutzt die Zeit zum Musikhören und bestimmt wird die nächste Generation des iPod Touch den Zuckergehalt unseres Stuhls messen können. Aber das meine ich gar nicht. Die Verbindung vom Kacken zu Apple ist schon immer da gewesen. Es weiß nur keiner. Oder jedenfalls hat es bisher keiner erwähnt. Es ist eigentlich auch vollkommen unwichtig. Soll ich überhaupt weiter darüber schreiben? Ich mache es auch kurz.

WC-Klebefolie “Pott Spot”, www.pott-spot.de
Den ganzen Artikel lesen »
Gekackt von Dirk am 24. Oktober 2008 um 06:28 Uhr.
Stichworte:
klopapier,
kluggeschissen,
usa8 Kommentare »
Habt Ihr schonmal vom Bumsinchen gehört? Nein? Ich auch nicht, bis ich bei meinen wilden Recherchen für den Kackblog nun auch darauf stieß. Ratet mal. Aber nicht im Internet suchen! Man findet es auf fast jeder Toilette, wobei ich mit Toilette die Räumlichkeit an sich meine. Also im Badezimmer, im Gästeklo usw. Bumsinchen findet man meist an der Wand, manchmal aber auch am Boden. Mein Bumsinchen befindet sich an der Badewanne. Und jetzt ratet mal. Den ganzen Artikel lesen »
Gekackt von Dirk am 9. Oktober 2008 um 05:44 Uhr.
Stichworte:
badezimmer,
erfindungen,
kluggeschissen,
wohnen7 Kommentare »
Die Flensburger Sünderkartei des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) kennt vermutlich jeder Autofahrer. Ich kenne sie auch. Und sie kennt mich. Leider.
Im KBA laufen alle Datenströme über Verstöße im Straßenverkehr, aber auch über in Deutschland zugelassene Fahrzeuge und Führerscheine zusammen. Gerichte und Bußgeldbehörden teilen mit, wer in Flensburg eingetragen und bepunktet wird und vieles mehr. Die Daten kommen via Datenfernübertragung an, werden verarbeitet und stehen zur Auskunftserteilung bereit. Pro Jahr werden rund 70 Millionen Auskünfte erteilt.

Doch wo lässt der Datengigant des Nordens seine nicht mehr benötigten Akten? … Ihr könnt es Euch jetzt bestimmt schon denken … Den ganzen Artikel lesen »
Gekackt von Britt am 16. August 2008 um 05:50 Uhr.
Stichworte:
dänemark,
klopapier,
kluggeschissen,
ostsee,
recycling5 Kommentare »