Die Scheißnase der Gräfin Cosel

Blick zurück in eine Zeit ohne stylische AquaClean-WCs. Als im 18. Jahrhundert Gräfin Constantia von Cosel, die bekannteste Mätresse August des Starken, in der Nähe von Dresden auf Burg Stolpen gefangen gehalten wurde, bewohnte sie viele Jahre lang den Johannisturm.

Damals waren sogenannte “Toilettenerker” im Einsatz. Man saß innen, also im Erker, auf einem zugigen Loch über dem Abgrund. Die Fäkalien plumpsten einfach an der Burgmauer hinunter in die Tiefe. Praktisch. Und weil der Johannisturm und sein Erker die lustigen Stolpener Bürger zu allerlei Assoziationen hingerissen hat, verpasste man ihm irgendwann den Begriff “Scheißnase”. So wird der kleine Erker auch heute noch genannt. Sehr treffend!

Scheißnase am Coselturm / photo taken by Thomas Henkel, wikipedia


Gekackt von Britt am 21. November 2010 um 07:48 Uhr.
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Hinternentblößer am Freiburger Münster gesichtet

Über die arschzügigen Wasserspeier am Freiburger Münster haben wir ja , aber mir fiel neulich wieder ein Artikel in die Hände, der noch weitere Fotoansichten davon darbot. Und weil es einfach nur toll ist und “verboten aussieht” (Zitat von rebhuhn), möchte ich heute an dieser Stelle nochmals die Figur des “Hinternentblößer” lobpreisen.

© Die Wasserspeier am Freiburger Münster, Kunstverlag Josef Fink, 2002, 2. Aufl., ISBN: 3931820432

Eine nackte, menschliche und ganz offensichtlich weibliche Figur streckt dem Betrachter ihr blankes Hinterteil entgegen. Das dient zum einen als Spottgebärde – was ich durchaus auch nachvollziehen kann – und zum anderen auch zur Abwehr von bösen Geistern. Hm, das kann ich nicht nachvollziehen. Ich bin ja auch kein Geist, aber wenn ich einer wäre, würde ich mich doch von einem steinernen Frauenarsch nicht abschrecken lassen. Ganz im Gegenteil. Aber gut, die Geister waren damals noch nicht soweit und ließen sich abschrecken.

© 2007 Freiburger Münster

via
www.arte.tv/de/Wasserspeier/1047550.html
kinder.freiburgermuenster.info/index.php?id=19


Gekackt von Dirk am 13. Oktober 2010 um 12:18 Uhr.
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Mittelalterliche Scheißplätze

Im Moment ist es draußen so kalt, dass ich froh bin, eine funktionierende Heizung auf dem Klo zu haben. Und ich bin auch froh, dass ich in heutiger Zeit lebe und nicht im Mittelalter. Ohne Angst vor Typhus, Syphilis, Milzbrand oder sogar der Pest.

Radyne in Böhmen, um 1380

Diese Toilette ist schon recht luftig und garantiert nicht beheizt.

Rapottenstein, Österreich

via www.burgenseite.com/abtritt/abtritt_txt.htm


Gekackt von Britt am 6. Februar 2010 um 12:51 Uhr.
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Was macht der Kölner Erzbischof denn da?

Graf Konrad I. von Hochstaden, auch Konrad I. von Are-Hochstaden, war im 13. Jahrhundert der Erzbischof von Köln, aber ich konnte leider nichts über die Bedeutung dieser wundersamen Wandstatue herausfinden. Hat der sein Teil im Mund?

via failblog.org


Gekackt von Dirk am 4. Februar 2010 um 15:26 Uhr.
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Im Plattenbau ging’s sauber zu

20 Jahre Mauerfall – Wir fallen mit! Wenn schon alle Medien das Thema immer wieder “durchkauen” – ich muss gestehen, dass es mich langsam ziemlich nervt, Jahr für Jahr die gleichen Bilder zu sehen und die gleichen Geschichten zu hören – will ich mich dem scheinbar vorhandenen Interesse nicht verschließen und meinen kleinen Beitrag zur allgemeinen Unterhaltung beitragen. Es ist ja ein rundes Jubiläum heute, da will ich mal nicht so sein.

Ich verbrachte einen wesentliches Teil meines Lebens in einer Plattenbauwohnung des Typs IW73, was soviel heißt wie “Industrieller Wohnungsbau 1973?. Hier, in diesem übersichtlichen Badezimmer, habe ich nicht nur meine Körperpflege vorgenommen, sondern auch meine Exkremente in eine orange-bedeckelte Porzellan-Kloschüssel ausgeschieden, von wo aus sie durch nicht schallgedämmte PVC-Rohre in einen standardisierten Versorgungsschacht fielen und für immer verschwanden:

Hinter dem Spiegel über dem Waschbecken gab es eine Klappe, über die man die Wasser- und Abwasserleitungen zur Kontrolle oder Reparatur erreichen konnte. Der Schacht war durchgehend vom Keller bis zum Dach und hatte keine Trennungen zwischen den Etagen. Wenn es abends ans Zähneputzen gehen sollte, was in einem geordneten DDR-Alltag in allen Familien nahezu zur gleichen Zeit stattfand, steckten die Kinder ihre Köpfe in den Schacht, riefen sich irgendeinen Quatsch zu und warfen Dinge hoch und runter. Hoch werfen war natürlich schwieriger, die Kinder aus den oberen Wohnungen hatten also einen Vorteil. Wir wohnten genau in der Mitte.

Hier haben wir bis Mitte der 90er Jahre gewohnt. 60 Quadratmeter, 3 Zimmer, Küche, Bad.

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Gekackt von Britt am 9. November 2009 um 06:30 Uhr.
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Gestern kam ja der Film “Die Päpstin” in die Kinos. “Ach, da war doch was!”, dachte ich, als ich gestern am Kino vorbei fuhr und die riesigen Werbebanner sah. Sofort erinnerte ich mich wieder an eine Story aus einem meiner kackigen Geschichtsbücher!

Darstellung aus der Schedelschen Weltchronik

Ohne den Film und dessen Handlung zu kennen und hoffentlich nicht zu viel verratend, hier also eine überlieferte Geschichte: Zwischen Leo IV., der im Jahre 855 gestorben ist, und Benedikt III. habe eine “Weibesperson namens Gilberta unter dem Namen Papst Johann den Stuhl Petri würcklich besessen und verunehret”. Der Schwindel sei aufgeflogen, als die Päpstin während einer Prozession vor dem versammelten römischen Volk von einem Jungen entband. Den ganzen Artikel lesen »


Gekackt von Britt am 23. Oktober 2009 um 07:18 Uhr.
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Der berühmte Arsch vom Freiburger Münster

Da entblößt einer sein Hinterteil und niemand schreitet ein, nicht einmal der Herr Erzbischof! Im Gegenteil. Er spendiert sogar Kirchensteuern dafür, dass er es wie in den letzten 600 Jahren weiterhin tut.

Kunsthistoriker aus der ganzen Welt rühmen das Münster “Unserer Lieben Frau” zu Freiburg als ein architektonisches Meisterwerk der Gotik. Hier gibt es 91 sogenannte Wasserspeier, wie an vielen anderen gotischen Gotteshäusern auch. Da gucken bizarre Bestien, Flügelwesen, Hundeköpfe und Skelette mit hervorquellenden Augen auf den Münsterplatz herab. Sie haben die wichtige Aufgabe, über Rinnen das Regenwasser von den Mauern abzuleiten.

Früher glaubten die Menschen, dass die Wasserspeier-Gestalten den bösen Geistern Angst einjagen und alles Böse von der Kirche fernhalten könnten. Mich hat es nicht abgeschreckt, ich war drin ;-)

Arsch als praktische mittelalterliche Regenrinne

Viele der Wasserspeier haben Namen bekommen. Den ganzen Artikel lesen »


Gekackt von Britt am 20. September 2009 um 05:59 Uhr.
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In meinem früheren Leben habe ich mich natürlich auch mit Toiletten beschäftigt. Fängt man einmal damit an, ist es sicher für die Ewigkeit. Damals, als man das Klo umgangssprachlich noch “Abort” nannte, hatte ich immer diese Schutzvorrichtungen benutzt. Das war 1919.

Es gab diese Klosettschutzdecken für Damen und Herren und sie konnten bei der Klofrau erworben werden. Ja ja, die guten alten Zeiten!


Gekackt von Britt am 29. Juli 2009 um 05:52 Uhr.
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825. Jahrestag des Erfurter Latrinensturzes
Unser treuer Leser Martin B. scheint sich sehr für geschichtliche Ereignisse und deren Jahrestage zu interessieren. Jedenfalls schickte er uns heute den Hinweis auf den 825. Jahrestag des Erfurter Latrinensturzes. Kackigen Dank an Martin!
Am 26. Juli 1184 hatte der König und spätere Kaiser Heinrich VI. in Erfurt den Erzbischof Konrad I. von Mainz und den Landgrafen Ludwig III. von Thüringen mitsamt deren und seinem Gefolge in der Dompropstei des Marienstiftes in Erfurt zusammengerufen, um einen Streit zu schlichten. Da saßen sie nun alle im oberen Stockwerk der Propstei, als der alte und morsche Boden des Geschosses einbrach, die meisten Anwesenden ins darunter liegende Geschoss fielen und dessen Boden ebenfalls nicht standhielt. Die Menschen und die Reste der beiden Stockwerke fielen in die darunter liegende Abtrittsgrube. Es gab etwa 60 Tote, von denen ein Teil in der Jauche ertrank oder erstickte. Andere wurden von herunterfallenden Balken und Steinen erschlagen.
Der König selbst hatte Glück, da er in einer Fensternische Platz genommen hatte und mit einer Leiter gerettet werden konnte. 13 Jahre später ereilte ihn aber dennoch ein Tod, der mit Scheiße zu tun hat: Er hatte Schüttelfrost und schwere Durchfälle. Vermutlich erkrankte er an Malaria.
http://de.wikipedia.org/wiki/Erfurter_Latrinensturz
http://www.wdr.de/themen/kultur/stichtag/2009/07/26.jhtml

Unser treuer Leser Martin B. scheint sich sehr für geschichtliche Ereignisse und deren Jahrestage zu interessieren. Jedenfalls schickte er uns heute den Hinweis auf den 825. Jahrestag des Erfurter Latrinensturzes. Kackigen Dank an Martin!

Am 26. Juli 1184 hatte der König und spätere Kaiser Heinrich VI. in Erfurt den Erzbischof Konrad I. von Mainz und den Landgrafen Ludwig III. von Thüringen mitsamt deren und seinem Gefolge in der Dompropstei des Marienstiftes in Erfurt zusammengerufen, um einen Streit zu schlichten. Da saßen sie nun alle im oberen Stockwerk der Propstei, als der alte und morsche Boden des Geschosses unter der Last der vielen Menschen einbrach, die meisten Anwesenden ins darunter liegende Geschoss fielen. Dessen Boden hielt ebenfalls nicht stand und die Menschen und Reste der beiden Stockwerke fielen in die darunter liegende Abtrittsgrube. Es gab etwa 60 Tote, von denen ein Teil in der Jauche ertrank oder erstickte. Andere wurden von herunterfallenden Balken und Steinen erschlagen.

Der König selbst hatte Glück, da er in einer Fensternische Platz genommen hatte und mit einer Leiter gerettet werden konnte. 13 Jahre später ereilte ihn aber dennoch ein Tod, der mit Scheiße zu tun hat: Schüttelfrost und schwere Durchfälle. Vermutlich erkrankte er an Malaria.

de.wikipedia.org/wiki/Erfurter_Latrinensturz
www.wdr.de/themen/kultur/stichtag/2009/07/26.jhtml


Gekackt von Dirk am 26. Juli 2009 um 20:00 Uhr.
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Oha, da wurde vor 170 die erste öffentliche Bedürfnisanstalt in Paris eröffnet und wir haben das große Jubiläum überhaupt nicht mitbekommen. Aber unserem treuen und vor allem aufmerksamen Leser Martin B. ist das nicht entgangen. An dieser Stelle vielen Dank an Martin!

Also fassen wir mal kurz zusammen:
Im 17. Jahrhundert (und auch in den Jahrhunderten davor) stank es in den Städten ganz erbärmlich. Uriniert und gekotet wurde einfach an die nächste Hausecke. Hygiene spielte (noch) keine Rolle. Außer bei gut betuchten Familien, die bereits über Hocktoiletten in Form thronähnlicher Stühle verfügte, die regelmäßig vom Personal geleert wurden. Für Frauen galt es als unschick, mehr als einmal am Tag zu kacken. Das war einfach so.

Jedenfalls fragte bereits 1670 ein Pariser Bürger den damaligen Sonnenkönig Ludwig XIV. an, ob er nicht eine große Anzahl von Leibstühlen in der Stadt aufstellen könne. Dafür sollen die Bürger auch eine Kleinigkeit zahlen. Aber erst König Ludwig XV. ließ an großen Pariser Straßenkreuzungen Pinkeltonnen aufstellen. Das entsprach zwar nicht ganz dem Wunsch des Pariser Bürgers, aber immerhin. Blöd war dabei nur, dass die Tonnen erst geleert wurden, wenn sie voll waren. Und das Geruchsproblem war damit nicht beseitigt.

Eine erste hygienische Vorrichtung zur Verrichtung schuf der Herzog von Orléans: Er ließ in seinem Palais Royal zwölf Aborte aufstellen, die von Personal regelmäßig gereinigt wurden. Das Personal war auch täglich damit beschäftigt, Papierstücke in eine arschgerechte Größe zu schneiden. Den ganzen Artikel lesen »


Gekackt von Dirk am 22. Juli 2009 um 06:12 Uhr.
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