Praktische Steinzeit-Toiletten

Heute möchte ich einen kleinen Ausflug in die Steinzeit empfehlen. Inklusive historischer Toilettenkunde. Im idyllisch gelegenen Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen am Bodensee habe ich kürzlich viel Interessantes über das Leben der Menschen in der Stein- und Bronzezeit (4.000 bis 850 v.Chr.) erfahren. Wie Ötzi – die Steinzeitmumie, die 1991 in den Ötztaler Alpen in einem Gletschergebiet in der Nähe des Similaun gefunden wurde – und seine Kameraden so gelebt haben, ist in diesem Museum sehr anschaulich dargestellt. Sie machten Feuer mit Pyrit und Zunderschwamm, stellten messerscharfe Feuersteinklingen, Werkzeuge und Pfeile her, gingen jagen und fischen.
Und wie haben die Bewohner der Pfahlbauten gekackt? Ganz einfach: Sie konstruierten Bodenklappen in ihre Häuser, setzten sich bei Bedarf genau über das Loch im Boden und ließen ihre Exkremente in den Bodensee plumpsen. Das hatte zwei Vorteile: Zum einen war eine praktische natürliche Wasserspülung integriert, zum anderen wurden Fische angelockt und die Fischer hatten weniger Arbeit, weil sie mit ihren Booten nicht so weit auf den See fahren mussten.

Übrigens gab es an allen größeren Voralpenseen der Schweiz, Italiens, Frankreichs und Deutschlands Pfahlbauten. Allein am Bodensee sind inzwischen über 100 Siedlungsstandorte mit etwa 400 ehemaligen Siedlungen bekannt.
Das Pfahlbaumuseum ist noch bis zum 30. September täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet.
Gekackt von Britt am 5. Juli 2008 um 06:00 Uhr.
Stichworte: historisch, museum, steinzeit, toiletten






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