Die Kreml-Pille

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Heute will ich über ein fast vergessenes Highlight der sowjetischen Medizin berichten, ein wahres Wundermittel. Zur Lieblingsmedizin von Leonid Breschnew und seinem Politbüro gehörte nämlich die sogenannte “Kreml-Pille”. Das klingt erstmal nach einem normalen Medikament. Pille, Tablette, irgendwas zum Schlucken halt.

Die Kreml-Pille ähnelte aber eher einem Edelstahl-Zäpfchen. Sie war gigantische drei Zentimeter lang und fast einen Zentimeter dick. Und damit schwer zu schlucken! Aber das Beste war die Wirkung: Die Pille räumte den Verdauungstrakt auf, half bei Impotenz, linderte Nierenleiden und Prostatabeschwerden, unterstützte die Bauchspeicheldrüse ebenso wie die Leber. Sie war ein Mittel gegen Herzinsuffizienz und Diabetes. Und sie machte Migräne und Stress endlich ein Ende.

Wie das funktionierte? Es handelte sich um einen autonomen Elektrostimulator, der elektrische Impulse erzeugte, dadurch träge Muskeln stimulierte und zu Muskelkontraktionen führte. Ein Mikroprozessor übertrug die Spannung von drei Silberoxyd-Batterien in elektrische Impulse. Magensaft oder Absonderungen der Schleimhäute stellten den Kontakt zwischen Plus- und Minuspol der Batterie her.

Die Pille gab also keinen chemischen Wirkstoff ab und wurde genau so ausgeschieden, wie sie geschluckt worden ist. Dadurch war sie immer wieder verwendbar! Oben rein, unten raus, abwischen und wieder oben rein usw.

1985, erst drei Jahre nach dem Tod Breschnews, erhielt das Wundermittel die Zulassung durch das sowjetische Gesundheitsministerium. Als ein Staatsgeheimnis war die Kreml-Pille den Mitgliedern des Politbüros vorbehalten. Sie sollte die sowjetische Staatsspitze mit elitärer Gesundheit auszeichnen. Was nach der Auflösung der UdSSR aus der Pille geworden ist, weiß ich leider nicht. Die “elitären” Verwender dürften nach meiner vorsichtigen Schätzung alle inzwischen gestorben sein. Trotz Pille.



Gekackt von Britt am 16. Oktober 2009 um 05:51 Uhr.
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Es wurden schon 5 Kommentare gekackt.

  1. Teo kackte am 16.10.2009 um 07:45 Uhr:

    Die Pille ist in Form einer ominösen Therapie zurückgekehrt, die mir ein Orthopäde andrehen wollte. Glaubt man dem Informationsblatt, das er mir gab, heilen kontrollierte Stromstöße alles von Migräne bis Krebs. Angeblich ist das Verfahren für russische Cosmonauten entwickelt worden. Ich habe natürlich sofort…den Arzt gewechselt…

  2. Patricia kackte am 16.10.2009 um 11:04 Uhr:

    Wie muss ich mir das vorstellen? Stand der Darm unter Strom?

  3. Andy kackte am 16.10.2009 um 14:16 Uhr:

    Von diesem Ding hab ich ja noch nie gehört ;-) Kann man sich schwer vorstellen. Hat keiner ein Bild?

  4. Britt kackte am 16.10.2009 um 17:09 Uhr:

    Ein Bild habe ich dazu leider nicht auftreiben können. Vielleicht kann @Teo seinen Orthopäden mal um ein Foto bitten :)

    @Patricia, der Darm stand unter Strom, würde ich sagen. Ich hoffe nur, man hat die Impulse nicht zu stark gespürt … :twisted:

  5. Teo kackte am 17.10.2009 um 07:17 Uhr:

    Diese neue Methode funktioniert nicht mehr über eine elektrische Pille, sondern mittels Handgerät. Das Prinzip ist ansonsten das gleiche.

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