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Kackschicht, Teil 3 – Der Fäkalientaucher

Wenn jemand erzählt, er sei Taucher, denkt man doch sofort an Urlaub, bunte Fischschwärme und Korallenriffe, die in glasklarem Wasser durchschwommen werden. Nun gibt es aber auch Berufstaucher, die damit ihr Geld verdienen und nicht vom Tourismus in der Karabik leben. Berufstaucher kommen u.a. in Klärwerken und Faultürmen zum Einsatz, wenn dort die Anlagen repariert, saniert oder untersucht werden müssen.


Foto: www.berufstaucher-bayern.de

In Kläranlagen sind zwar Filter im Einsatz, aber trotzdem müssen regelmäßig Schlamm- und Sandablagerungen am Boden entfernt werden. Und das kann nur unter Wasser direkt am Grund getan werden. In diesen extrem kontaminierten Gewässern, die zudem durch die “Gärung” sehr warm sind, trägt der Taucher nicht nur einen absolut dichten Anzug und Helm, sondern auch eine sehr starke Lampe. Dennoch sieht er in der abosluten Dunkelheits rein gar nichts. Aber unter Tauchern sagt man gerne “Nimm eine Lampe mit, dann bist Du nicht alleine.” Die Taucher arbeiten also in der Regel blind und verlassen sich rein auf ihr Gefühl.

Oft müssen sie auch die verstopften Gitter der Klärbecken von Haaren, Toilettenpapier und anderen unappetitlichen Dingen reinigen. Kondome und Tampons gehören für sie zum Alltag. Das Wasser enthält neben Fäkalien und Speiseresten auch schwere Spül- und Reinigungsmittel. Die Berührung mit der Haut würde diese sofort auflösen und das hochinfektiöse Wasser in den Körper spülen.

Wie wird man Berufstaucher?
Das Berufstauchen ist keine abgeschlossene Ausbildung, sondern eine Aufbauausbildung, das heißt man muss vorher einen anderen Beruf gelernt haben. Geeignet sind handwerkliche Berufe, deren Kenntnisse dann mit dem Tauchen verbunden werden. Um den Abschluss “Geprüfter Taucher/Geprüfte Taucherin” zu erhalten, müssen nachweislich mindestens 200 Tauchstunden absolviert worden sein. Darauf aufbauend folgt ein Fortbildungslehrgang mit 320 Stunden in den Fächern Tauchgrundlagen, Schweißen, Tauchmedizin und Anwendungskenntnisse, der mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer Kiel, Lübeck, oder Mannheim abgeschlossen wird.

Wo kommen Berufstaucher zum Einsatz?
Wie gesagt in Klärwerken und Faultürmen, aber auch bei Schiffsunglücken, um die Wrackteile zu zerlegen und für die Bergung vorzubereiten. Auch auf Ölbohrinseln sind ständig Arbeiten unter Wasser zu erledigen. Überflutete Minen oder mit Grundwasser gefüllte Schächte gehören zu den gefährlichsten Gebieten, da hier jederzeit Einbruchgefahr droht.

Grundsätzlich werden folgende Einsatzbereiche unterschieden: Bauarbeiten, Reparatur-, Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten, Überprüfung von Wasserläufen, baulichen und technischen Anlagen, Bergungs- und Rettungsarbeiten, Polizei- und Feuerwehrdienst, Forschung, Landesverteidigung.

Was verdient ein Berufstaucher?
Je nach Einsatzbereich gibt es große Unterschiede beim Gehalt. Hat sich der Taucher auf Reparaturen Unterwasser spezialisiert, ist sein Verdienst in etwa mit dem eines Handwerkers über Wasser vergleichbar. Bei Einsätzen in Klärwerken und Faultürmen gibt es entsprechende Erschwerniszulagen. Taucher auf Bohrinseln, die also im offenen Meer mit Strömungen und vielen anderen Gefahren kämpfen müssen, können mehr verdienen. Aber Traumgagen kann man nicht mehr erwarten.

Gibt es einen Verband?
Es gibt nicht nur einen Verband, sondern gleich unzählige. Für jede Spezialrichtung kann man sich als Berufstaucher einem Verband anschließen.

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