Kacke für Kunstbanausen wie mich
Irgendwie habe ich ein gespaltenes Verhältnis zur Kunst. Einerseits, andererseits… Aber wenn ich dann mal in Stimmung bin, mich mit künstlerischen Dingen zu beschäftigen, bleibe ich garantiert an irgendetwas Fäkalem hängen! Seit wir hier über Manzoni berichteten, begegnet mir dieser Name ständig. Will ich mal was über Architektur lesen, treffe ich auf Toiletten von Hundertwasser oder Kohlhaas. Und so weiter.
Jetzt habe ich wieder einen Künstler entdeckt, der mein Kackblog-Herz erfreut: Paul McCarthy, der provozierende Aktionskünstler, der sich mit den dunklen Seiten der amerikanischen Kultur beschäftigt und dabei an analen Themen nicht vorbeikommt. Es gibt von ihm eine Reihe riesiger aufblasbarer Skulpturen, bis zu 30 Metern hoch, die auch schon in Europa ausgestellt wurden.

Shit Pile - Bild: davehebb.com
Inhaltlich vereinigen die Skulpturen die beiden Leitideen McCarthys: Zum einen die Kritik am „american way of life“. In den USA ist es üblich, aufblasbare Figuren für alle möglichen Werbezwecke einzusetzen. Sobald ein neuer Film in die Kinos kommt oder eine neue Restaurantkette eröffnet wird – stets finden sich am Straßenrand große aufblasbare Comicfiguren, die aufdringlich die Aufmerksamkeit aller Passanten auf sich lenken.

Piggies - Bild: thebristolblogger.wordpress.com
Zum zweiten sind die Skulpturen die logische Fortsetzung seiner Performances, bei denen McCarty Requisiten wie Spielzeug und Puppen benutzte. Der Grundgedanke dabei: Wenn man den Kopf auf den Tisch legt und aus dieser Perspektive eine Puppe betrachtet, dann sieht sie riesig aus. Dadurch angeregt begann McCarthy, mit viel größeren Maßstäben zu arbeiten.

Santa Claus with plug - Bild: shift.jp.org
Bei soviel Shit geht auch mal was schief – kleine Anekdote am Rande: Bei einer Ausstellung in Bern im letzten Jahr wurde nach ausbleibender Sturmwarnung der Riesenkackhaufen von einer Sturmböe aus seiner Verankerung gerissen. Er landete im Garten eines Jugendheimes und riss auf dem Weg dorthin noch eine Stromleitung mit. Bei einer Sturmwarnung hätte man der Skulptur die Luft rausgelassen. Leider kam keine Warnung. Die Höhe des Schadens am Kunstwerk ist mir nicht bekannt.
Gekackt von Britt am 18. Mai 2009 um 06:27 Uhr.
Stichworte: kacke, kunst, luft
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Ist das schlimm, wenn man diese Kunstwerke irgendwie “Scheisse” findet? :-)
Jetzt mal im Ernst, besonders schön sind diese braunen Gebilde da oben wirklich nicht und vor allem, wo ist da die Kritik am “american way of life”?
kunst ist kunst, um darüber zu diskutieren. mir gefallen die motive auch nicht, aber ich respektiere die idee und den aufwand.
maik, lies dir doch den text nochmal durch, wenn du die kritik am american way of life nicht verstehst.
Nein Maik …ist es nicht … Du stehst damit auch nicht alleine da!
Aber der Weihnachtsmann ist toll!
Nach der Ausstellung wird der Stöpsel rausgezogen. Tzzzzzzzzzzzz. Und ab gehts zum nächsten Museum. Luft wieder rein, usw.
Ich sach immer gerne “So ein haufen Scheisse wie Dich habe ich noch nie gesehen” …
Jetzt habe ich auch wenigstens mal vor aUgen, in welchen Dimensionen ich da so beleidige .. hahaha
Das erste, was mir zum Kack-Bild eingefallen ist: “Das ist aber ein riesen Haufen Scheiße!”
Und sowas wird tatsächlich als Kunst abgestempelt?
Unfassbar.
@Kris
Ach wegen der aufblasbaren Werbefiguren, na ja, aber das ist nicht wirklich etwas, was für den American way of life steht. Aber gut, wenn das so gemeint ist in dem Zusammenhang isses klar. Hatte da zwar mehr einen anderen Sinn hinter erwartet, aber ok…
@maik: ich verstehe das so, dass damit das überschwängliche und pompöse amerikanische getue gemeint ist. wie da oben schon steht, werden in den usa zu allen möglichen zwecken diese riesigen figuren eingesetzt. und der künstler macht halt noch größere figuren und die ziemlich krass.
aber das schöne an der kunst ist ja, dass es oft im auge des betrachters liegt, was es darstellen soll und was der sinn dahinter ist.
“So ein haufen Scheisse wie Dich habe ich noch nie gesehenâ€Â
Das werden die Leute vom Jugendheim auch gedacht haben, nachdem das Ding in ihrem Garten gelandet ist. Das muss ein Anblick gewesen sein.
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