Kacke auf Reisen. In Prag.
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen! Die Kackwurst und ich waren in den vergangenen Tagen in der schönen tschechischen Hauptstadt unterwegs. Dienstreise mit Toilettenkunde. Arsch trifft öffentliche Toiletten.

Blick im Morgennebel von der Prager Burg gen Westen.
In der Stadt leben rund 1,2 Millionen Menschen. Hinzu kommen pro Jahr etwa zweieinhalb Millionen Touristen, die sich durch die idyllischen Gassen schieben, die historischen Highlights bewundern und natürlich auch mal müssen. Ich war nun also eine von ihnen und möchte gleich vorweg das Netz der öffentlichen Toiletten loben! An Gelegenheiten hat es wahrlich nicht gemangelt.

Nicht zu übersehen: Da gehts lang!
Die Prager Toiletten sind besser als ihr Ruf. Für meine Bedürfnisse wiesen sie eine ausreichende Dichte auf. Sie waren allesamt sauber und kuschelig beheizt. In jeder der besuchten Örtlichkeit gab es eine meist männliche Klofrau, die eifrig putzte und das Geld der Gäste einsammelte. Pro Sitzung waren meist 10 CZK (Kronen) zu berappen, was derzeit rund 0,39 Euro entspricht. Direkt in Euro zu zahlen war auch gern gesehen, dann allerdings wurde großzügig auf 50 Cent aufgerundet.

Öffentliche Toilette in der Národní 4 (Platz unter der Laterna Magika).

Hochgeschlossene Toilettentüren. Hutdamen willkommen. Muschis müssen nebenan.
Die Geschlechtertrennung war oft durch die Bezeichnungen Ženy für die Damen und Muži für die Herren gekennzeichnet.
Für deutsche Touristen könnte es dadurch zu Missverständnissen kommen, denn ausgesprochen klingt Muži wie “Muschi”. Welcher Mann geht schon gern auf ein Klo, wo Muschi an der Tür steht! Oder erst recht?

Automatikklo in einer Litfasssäule am Wenzelsplatz, erbaut lange nach dem Prager Frühling.
An den Hauptsehenswürdigkeiten kam es schon mal zu kleineren Warteschlangen. Wieso aber sprechen mich die umstehenden Damen auf tschechisch an? Haben sie die Aura meiner böhmischen Wurzeln gespürt? Já nic nevím!

Kollektives Anstehen einer Reisegruppe an der St. Veits Kirche.

Nach kurzer Wartezeit innen Hochglanzwände und Innenkabinen-Waschbecken.
Allgegenwärtig sind Literatur, Kunst und Kultur. Tschechen sind feine, gebildete Menschen. Um so mehr hat es mich gefreut, als ich neben dem angesagten Kampa Museum am Ufer der Moldau diese Skulpur entdeckte:

Und auch an die kackenden Tiere der Stadt wird gedacht. Für Hunde gibt es überall entsprechende Tütchen.

Selbstbedienung. Wer hier (vor der Hauptpost) kackt, muss einpacken!
Als meine Lieblingstoilette habe ich schließlich dieses Häuschen neben dem Petrin-Turm auf dem gleichnamigen Aussichtshügel auserkoren. Bevor ich die 299 Stufen auf den Pseudo-Eiffelturm erklommen habe, konnte ich mich hier noch etwas erleichtern.

Barocke Deko, Wandmalerei und tschechische Volksmusik lassen Touristenherzen höher schlagen. Das besonders weiche Toilettenpapier passt ins Gesamtbild.

Rosafarbene Wände über grünen Fliesen, sehr stilvoll.

An der Kabinentür innen hing dieses Schild. Hab ich mich im Eingang geirrt?
Und dann war da ja noch unsere Hoteltoilette. Diese hatte als Besonderheit zu bieten, dass sich der Benutzer während des Stuhlgangs im Spiegel betrachten konnte. Sehr interessant, die eigene Mimik während des Kackens zu prüfen.

Blick von der Schüssel in den Spiegel. Bitte recht freundlich!

Hoteltoilette mit rechtsplatzierter Rollen-Bürsten-Kombi.
Ihr seht also: der Besuch der Toilettenkabinen in Prag ist durchaus erlebnisreich und sehr zu empfehlen. Die Karlsbrücke fotografieren kann ja jeder…
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Gekackt von Britt am 25. November 2009 um 06:20 Uhr.
Stichworte: öffentliche toiletten, prag, reisen, städte, tschechien







Ich war damals mit meinem Deutsch-LK in Prag. Wunderbare Stadt! Dort habe ich Kafka und David Cerny für mich entdeckt. Damals gab es auch eine Ausstellung mit Andy Warhol-Originalen. Es gibt ein interessantes Museum mit Folterinstrumenten aus aller Welt und ein Museum für Sex-Toys, auch wenn wir Letzteres wegen des horrenden Eintrittspreises von damals 14€ nicht betreten haben (zum Vergleich: Das Foltermuseum kostete 0,50€ Eintritt).
Dass sie dort so viele Klos haben wundert mich nicht. Das Bier ist billig (damals rund 0,50€ der halbe Liter) und das Essen fettig. Manch sensibler Touristendarm wird da schonmal ein paar Extrazyklen der Peristaltik einlegen müssen.
Aha, im Hotel hängt das Toilettenpapier nach hinten. Das kann ich ja gar nicht haben. Ist das Zufall oder ist Dir das in Prag irgendwie öfter aufgefallen?
@Teo, die Sextoys sind wahre Sexmaschinen. Manche unterscheiden sich nicht von den Folterinstrumenten aus dem anderen Museum
Du hast also nicht viel verpasst!
Das Bier ist inzwischen doppelt so teuer, also etwa 1 Euro, aber verdammt lecker und immer noch billiger als bei uns. Wann warst Du in Prag?
@Dirk, das Klopapier im Hotel hing da so unmotiviert rum, dass ich es garnicht benutzen wollte. Hatte keine Lust auf Armverrenkungen und griff stattdessen zur Rolle auf der Ablagefläche über mir.
Das muss 2007 gewesen sein. Es war immer wieder lustig, dass 0,3l Wasser im Restaurant teurer waren als 0,5l Bier.
Wart ihr eigentlich auch beim Prager Fenstersturz? Schließlich soll ein Meter hoher Misthaufen dort die Springer gerettet haben
Ist zwar schon ein Weilchen her aber als ich in Prag war lag das Toilettenpapier irgendwie am Boden neben dem Klo herum. ( Halterung war keine zu sehen)
Prag ist aber wirklich eine schöne Stadt.
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