Kacke als Baumaterial
Dämmend, knetbar und äußerst vielseitig – Kacke ist eigentlich der ideale Baustoff, der noch dazu völlig kostenfrei ständig nachproduziert wird! Die Tierwelt macht es uns vor: Zum Beispiel die Termiten. Sie bauen riesige Türme aus zerkautem Holz, Speichel und ihren Exkrementen (auf den menschlichen Maßstab übertragen wären die Türme 2 km hoch)!
Auch wir Menschlein bauen seit Jahrhunderten mit Kacke, wenn auch weniger mit unserer eigenen. Japaner setzen Dung im Straßenbau ein und Afghanen bauen Mauern aus Kamelkacke, Schlamm und Stroh.

Massaihütten in der Nähe des Ngorongoro-Kraters, Tansania.
Als ich vor ein paar Jahren während einer Afrikareise die Gelegenheit hatte, ein Massai-Dorf zu besuchen, ahnte ich noch nicht, aus welchem Material die einfachen Hütten errichtet waren. Dort drinnen habe ich mich zuächst etwas unwohl gefühlt, was aber ganz sicher nicht am Geruch lag. Es war wohl eher die Tatsache, dass die Bauwerke – da fensterlos – im Inneren düster und recht schlecht belüftet waren. Ihr könnt Euch sicher schon denken, was jetzt kommt? Klar, die Massai bauen die Hütten aus Exkrementen!
Während bei uns ständig alles fortschrittlicher und moderner wird, leben die Massai noch nahezu genauso wie ihre Vorfahren vor Hunderten von Jahren. Baumeister der Hütten sind die Frauen. Sie flechten zunächst ein Gerüst aus dünnen Stöcken und Ästen und bestreichen dieses dann mit einem Gemisch aus Kuhmist und Asche. Die länglichen runden Hütten bilden einen Kral, in dem nachts auch die Rinder lagern. Umgeben ist die Siedlung mit einem stachligen Dornenverhau, der Mensch und Vieh vor umherstreifenden Hyänen, Leoparden oder Löwen schützt. Irgendwie gemütlich, aber auf Dauer wäre das nichts für mich!
Gekackt von Britt am 29. August 2009 um 06:16 Uhr.
Stichworte: afrika, bauen, kacke, kühe






Man könnte doch kurz und kanpp sagen. Hauptsach es hält ;-)
Stellt sich die Frage, ob sich der Geruch nach einiger Zeit verflüchtigt. In manchen Gegenden wird ja auch fleißig mit getrocknetem Dung geheizt und ich glaube, das ist ganz geruchsverträglich. In der Mongolei machen sie das auch, wir Touris haben aber Holz für unseren Ofen bekommen
@Andersreisender, ja das Zeug soll ganz gut brennen
Einen typischen Geruch habe ich eigentlich nicht wahrgenommen. Es war ein klein bisschen wie Stall oder so. Aber das kann auch von der Einrichtung der Hütten gekommen sein. Da lagen gegerbte Tierhäute überall, als Bett- und Bankauflage zum Beispiel.
Übrigens sollen die Kuhfladenwände Insekten fernhalten! Das überrascht mich jetzt wirklich, weil ich immer dachte, die Viecher werden von Dung angezogen.
@Britt: Das ist ja spannend, dass die Wände die Fliegen abhalten – ich ätte auch das Gegenteil erwartet. Bist Du selbst schon in so einer “Hütte” gewesen oder hast dort übernachtet?
Na klar war ich da drin! Ich bin viel zu neugierig, um mir das entgehen zu lassen
Übernachtet haben wir allerdings in unseren eigenen Zelten.
@britt: Ich war mir vorhin generell nicht sicher, ob das Bild direkt von Euch stammt oder von jemand anders. Dann muss ja eine Reise durch Tansania generell ein spannendes Erlebnis gewesen sein!
@Andersreisender, nur leider war die Reise vor meiner Kackblog-Zeit, sonst wären die “Urlaubssouvenirs” noch ergiebiger gewesen.
Doch zwei Artikel von der Reise gab es schon mal:
http://kackblog.net/mein-hochst-gelegenes-klo
http://kackblog.net/neulich-bei-tarzan-zu-besuch
@Britt: Das kann ich mir vorstellen, dass man dann noch um einiges bewußter fotografiert hätte *gg* Die beiden anderen Beiträge muß ich mir gleich mal ansehen
Kuhdungeinsatz bei den Massai: Heute morgen gabs im ARD-Frühstücksfernsehen einen Bericht über das Anmischen und Auftragen des Kack-Spezialmörtels. Der Reporter half fleißig mit. Mit bloßen Händen. Sein Kommentar: “Riecht garnicht. Aber die lachen alle über mich …”
Wie jeder im Selbstversuch testen kann, haftet dieser “Naturbaustoff” auch auf nicht saugenden Untergründen (Sanitärkeramik). Und das ohne Grundierung. Probiert mal nen 2 Tage alten Haufen mit der Klobürste vom Sanitärporzellan zu entfernen. Da ist voller Körpereinsatz gefragt.
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