Entenkacke im Badesee

Das Wasser wirkt ja ganz sauber ... aber ist es das auch?
Pack die Badehose ein … Naja, ins Schwimmbad wollen wir ja nicht mehr so oft. Ist der Badesee denn besser? Zu Millionen Litern Menschenpisse kommt da nämlich noch der ganze Dreck von Enten und Schwänen. Ich weiß ja nicht, was schlimmer ist, und mache mir so meine Gedanken!
Statistisch gesehen schlucken wir beim Baden im Schnitt 30 bis 50 ml Wasser. Das ist zwar nicht viel, doch reicht diese Menge, um Unmengen Krankheitserreger aufzunehmen, die Wasservögel ausgeschieden haben (hier setzt die fäkal-orale Infektionskette ein). Und glaubt nicht, dass eine kleine Ente nur kleine Häufchen hinterlässt! Das sieht nur so aus. Ein Vergleich: Ein Mensch kackt am Tag durchschnittlich 150 g. Eine Ente scheidet dagegen täglich rund 336 g Kot aus, angehäuft mit 18-mal mehr Streptokokken im Vergleich zu menschlichen Fäkalien! Die Fracht an derartigen Fäkalbakterien, die durch eine einzige Ente in den See gelangen, entspricht also der von vielen Menschen – wobei ich jetzt fest davon ausgehe, dass die meisten von Euch die Benutzung von Toiletten vorziehen.
Große Ansammlungen von Wasservögeln können vor allem bei kleineren Badeseen dazu führen, dass die Selbstreinigung versagt!
Was können wir für ein ungetrübtes Badevergnügen tun: Enten und Schwäne nicht auch noch füttern, weil das die Populationsdichte erhöht! Nach starkem Regen am besten nicht baden, weil da die Belastung durch eingeschwemmten Dreck vom Ufer noch viel höher ist! Badeverbote unbedingt beachten, weil es besorgte Gewässer-Kontrolleure gut mit uns meinen!

Ohne Enten gefällt mir das viel besser!
Zahlen: Bayrisches Landesamt für Gesundheit, Bilder: von mir

Zusatzinfo: Seit 2008 werden Badegewässer nach der EU-Badewasserrichtlinie* auf die mikrobiologischen Parameter Escherichia coli und Intestinale Enterokokken untersucht. Für die Qualitätseinstufung eines Badeplatzes bezieht sich die Beurteilung auf einen Zeitraum von vier Jahren, wobei dann über eine 95-Perzentil-Bewertung oder eine 90-Perzentil-Bewertung der Messwerte der Badeplatz als ausgezeichnet, gut, ausreichend oder mangelhaft eingestuft wird. Die erste Zuordnung nach der neuen Richtlinie wird also erst nach Ablauf der Badesaison 2011 stattfinden.
Für die Übergangsphase von 2008 bis 2011 wird die Bewertung von Badeplätzen wie bisher erfolgen. Für Escherichia coli ist ein Grenzwert mit 2000 Keimen/100 ml und ein Leitwert von 100 Keimen /100 ml verbindlich. Für Intestinale Enterokokken beträgt der Leitwert 100 Keimen/100 ml.
* Richtlinie 2006/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Februar 2006 über die Qualität der Badegewässer und deren Bewirtschaftung und zur Aufhebung der Richtlinie 76/160/EWG. Amtsbl. EU vom 4.3.2006 L64/37-51
Gekackt von Britt am 23. Juli 2009 um 05:50 Uhr.
Stichworte: bakterien, infektion, sommer, verschmutzung, vögel, wasser






So eine kleine Ente kackt aber gewaltig viel. Wenn ich mal von einem Gewicht von rund 1,5 kg ausgehe und die 336 g täglichen Kot auf einen ausgewachsenen Menschen von 75 kg hochrechne, sind das 16,8 kg Kot. Täglich. Da würde ich ja nur noch auf’m Klo sitzen.
“Zusatzinfo:” …
Nicht schlecht, was da abläuft
Ja, darüber was da so alles im See schwimmt sollte man nicht sehr viel denken. Aber dass Enten so viel kacken können, hätte ich nicht gedacht.
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