Ein Klo für Busfahrer
Das Bedürfnis, eine Toilette aufzusuchen überkommt uns ja immer im ungünstigsten Moment. Frauen müssen immer dann Pipi, wenn man mit dem Auto gerade losgefahren ist oder die letzte Autobahnraststätte eben gerade passiert hat. Aber was macht eigentlich so ein Busfahrer, der den ganzen Tag Fahrgäste von Haltestelle zu Haltestelle chauffiert? Klar hat er auch mal Pause und kann sein Geschäft verrichten, aber was passiert, wenn er mitten in einer Fahrt mal muss? Einhalten und bis zur Endhaltestelle warten.
In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz kann eine Fahrt von einer Endhaltestelle zur nächsten schonmal etwas über eine Stunde dauern. In Großstädten sicherlich noch länger. An der Endhaltestelle angekommen, gibt es eine so genannte Wendezeit für Busse und Straßenbahnen. Das ist ein Zeitpuffer, durch den Verspätungen wieder ausgeglichen werden können. Hat der Fahrer keine oder wenig Verspätung, kann er diese Zeit nutzen. Denn an fast jeder Endhaltestelle befindet sich entweder ein Toilettencontainer oder eine vertraglich zugesicherte Möglichkeit, in einem Café oder Geschäft sein Geschäft zu machen.

Meist sind die Endhaltestellen etwas abseits in einem Vorort und mit einem unternehmenseigenen Klocontainer ausgestattet. Dort drin befindet sich eine Schüssel, ein Waschbecken und natürlich Toilettenpapier und Handtücher. Einige der Container haben einen Wasseranschluss, bei anderen befindet sich ein Wassertank auf dem Dach, der regelmäßig aufgefüllt wird. Die Container werden regelmäßig gereinigt.
Natürlich kann nicht jeder diese Fahrertoiletten benutzen. Den Bus- und Straßenbahnfahrern öffnen sich Dank eines Transponders – eines Funk-Kommunikationssenders – die Türen. Von außen ist ein ÖPNV-Klocontainer nicht als solcher zu erkennen, aber die Fahrer wissen selbstverständlich ganz genau, wo die sich befinden.
Wenn ein Fahrer also wirklich mal während der Fahrt ganz dringend muss, könnte es sein, dass er etwas zügiger fährt, um möglichst keine Verspätung zu haben und die zur Verfügung stehende Wendezeit voll auszunutzen. Ähnlich ist es auch bei Lokführern. Piloten haben es da etwas leichter, da das Cockpit ja mit zwei Kollegen besetzt ist. Da ist dann auch ein längeres Geschäft kein Problem. Lkw-Fahrer hingegen können sich oft keine Pinkelpause leisten (Zeit ist Geld) und urinieren gelegentlich beim Fahren in leere Flaschen. Ob sie dann auch eine Bettpfanne dabei haben, entzieht sich meiner Kenntnis.
Gekackt von Dirk am 4. Mai 2008 um 07:02 Uhr.
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Ich bin Busfahrer und fahre Reisebus. Das ist viel einfacher weil von den Herrschaften öfter eine Pause erwünscht wird. Wenn nicht kann ich einfach anhalten :-)
Hier in Thüringen wurde schonmal ein Busfahrer wegen Diebstahl entlassen weil er aus dem Betriebshof Klopapier für unterwegs mitgenommen hat und eine Überwachungskamera hat das gefilmt. Er hatte aber nur Durchfall und hat gegen die Kündigung geklagt. Gab richtig Aufsehen. Sogar in der Bild-Zeitung.
Klar, Dein “Fahrplan” sieht dann nicht so enge Abfahrtszeiten vor bzw. die sind dann von den Fahrgästen abhängig. Ich glaube, so ein Stadtbusfahrer steht ziemlich unter Stress und wenn dann noch der Klodrang dazukommt…
Auch ich fahre Reisebus und ich muss sagen, diese Gedanken oder gar Probleme mit dem Kacken hatte ich noch nie.
Aber irgendwie habe ich auch den Rhytmus gefunden, morgens bevor ich wegfahre das Häuschen aufzusuchen und ordentlich ausgiebig zu benutzen. Dann sind auch mal 4,5 Stunden Fahrt kein Problem.
Ich bin ebenfalls Reisebusfahrer und habe daher das Problem nicht so stark – in aller Regel wünschen die Fahrgäste öfters eine Pause als ich. In neun Jahren in diesem Beruf kam es erst zweimal vor, dass ich ohne Fahrgastwunsch eine Toilettenpause eingelegt habe. Das eine Mal nach dreieinhalb Stunden Fahrt (und kaum hatte ich angehalten, rannte der ganze Bus, der überhaupt keine Pause wollte, zu den Sanitärpalästen
), das andere Mal, als ich recht spontan während der Arbeit von einer Magen-Darm-Geschichte überrascht wurde. Da meinte dann die Gruppe, als ich den Rasthof ansteuerte: “Also, wegen uns brauchst Du nicht anzuhalten, wir halten es noch bis ans Ziel aus.” – Antwort: “Das freut mich ehrlich für euch, ich bin gleich wieder zurück…” – Gelächter, keiner hat es übel genommen.
Ach ja, zu den erwähnten Brummifahrern im Artikel: die Bettpfanne bezweifle ich ernsthaft – schließlich sieht man an jeder Autobahnausfahrt weggeworfene Plastikflaschen mit Inhalt in Apfelschorle-Anmutung, aber haufenweise Beutel mit Grüßen aus der Schokofabrik sind mir bislang nicht aufgefallen
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