Ein Furz aus Oelde geht um die Welt

Kennt Ihr die Geschichte vom fahrlässigen Kupferschmied aus dem münsterländischen Städtchen Oelde? Es ist eine wahre Geschichte und sie nahm ihren Anfang in einer stillen Nacht des Jahres 1908. Der 19-jährige Kupferschmied Hermann Hilger war auf dem Heimweg von einem Biergelage, als ihm mit erheblichem Getöse ein Darmwind entfuhr.

Das hörten zufällig zwei wachsame Hüter des Gesetzes, die in der Nähe auf Streife waren. Am nächsten Morgen bekam der Übertäter einen Strafbescheid zugestellt: “Sie haben durch groben Unfug verübt, daß Sie in der Nacht auf öffentlicher Straße Passanten in absichtlicher Weise durch Blähungen belästigten. Ich setze daher gegen Sie gemäß § 360 Abs. 11 RStGB eine Geldstrafe von 5 Mark fest, an deren Stelle im Unvermögensfalle eine Haftstrafe von 1 Tag tritt.”

Die Oelder Lokalzeitung bekam Wind von der Sache und veröffentlichte den Wortlaut der Strafverfügung. Sie fügte hinzu, der Kupferschmied entschuldige sich mit Fahrlässigkeit. Die Meldung wurde umgehend auch von anderen deutschen Zeitungen gedruckt. Innerhalb kurzer Zeit gingen hunderte Stellungnahmen aus dem ganzen Land in Oelde ein, deren Absender sich mit dem fahrlässigen Kupferschmied solidarisierten.

Aus den deutschen Zeitungen ging die Nachricht in die gesamte internationale Presse ein. Der Furz ging um die Welt. So etwas hatte es noch nie gegeben: Zum ersten Mal wurde etwas unter Strafe gestellt, was seit Anbeginn der Menschheit gang und gäbe war!

Hermann Hilger wurde zu einer internationalen Berühmtheit und erheiterte die Welt. Selbst im damals größten Blatt der Vereinigten Staaten, dem New York Herald, wurde die Tat unter dem Titel “What happened in Germany” eingehend erörtert. Geholfen hat es alles nichts. Hilgers Widerspruch gegen das Polizeimandat ist vom königlichen Schöffengericht verworfen worden.

Heute erinnern eine Bronzestatue in der Oelder Ratspassage und ein Eintrag bei Wikipedia (Oelder Wind) an das “Ereignis”.

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Gekackt von Britt am 27. Dezember 2009 um 05:28 Uhr.
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