Die fäkal-orale Infektionskette

Zur bevorstehenden Ferienzeit sind sie wieder hochaktuell: Durchfallerkrankungen auf Reisen, besonders in tropische Gefilde. Manch einer wittert überall Ansteckungsgefahr: zieht Handschuhe an, sobald er das Hotel verlässt, wischt das Besteck mit Feuchttüchern ab, desinfiziert die Hände. Völlig überflüssig, sagen Tropenmediziner. Auch schmutzige Toiletten muss man nicht unbedingt reinigen, sie sind nur ein ästhetisches Problem. Schließlich können Keime nicht durch die intakte Haut dringen. Auf einer gesunden, scheinbar sauberen Haut leben Abermillionen von Bakterien. Diese Schicht aus Keimen bekämpft die gefährlichen Erreger, mit denen die Haut in Berührung kommt.
Durchfall erzeugende Keime machen uns erst krank, wenn die so genannte “fäkal-orale Infektionskette” in Gang gesetzt wird. Meistens dadurch, dass Darmbakterien durch schlechte oder fehlende Kanalisation ins Trinkwasser und darüber auch ins Essen geraten. Am gefährlichsten: das Enterotoxische Escherichia coli, kurz ETEC, das für gut die Hälfte aller Durchfallerkankungen in den Tropen verantwortlich ist. Diese ETEC-Erreger gedeihen besonders dort, wo es feucht und warm ist, unsauberes Wasser lange gelagert wird und Mensch und Tier eng zusammenwohnen. In Afrika und Indien bekommen im Schnitt 50 Prozent aller Urlauber Durchfall, in Südamerika 30 Prozent, in Asien 20 Prozent, am Mittelmeer 10 Prozent.
An einem Impfstoff gegen ETEC wird geforscht. Zurzeit gibt es nur einen Impfstoff gegen Cholera, der möglicherweise auch vor ETEC-Infektionen schützt. Allerdings ist dieser Zusammenhang noch nicht ausreichend bewiesen. Tropenmediziner empfehlen diese Impfung deshalb nur Reisenden, die in akute Cholera-Gebiete fahren. Auch Salmonellen, Shigellen und Campylobacter-Bakterien und Noroviren verursachen Reisedurchfall. Der Norovirus ist mit Abstand am ansteckendsten: Schon acht bis zehn Viren können krank machen - einatmen genügt. Wenn viele alte Menschen mit geschwächtem Immunsystem auf engem Raum zusammenkommen, zum Beispiel auf Kreuzfahrtschiffen, kann der Virus innerhalb weniger Tage eine Epidemie auslösen.
(aus Geo Saison 4/2005, gekürzt)
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Gekackt von Britt am 12. Juni 2008 um 05:26 Uhr.
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Stichworte: angst, bakterien, durchfall, infektion, krankheiten, unterwegs









(5x bewertet, Ø 4.6 von 5)
Amerikanische Wissenschaftler haben ein Impfpflaster mit ETEC-Erregern an 178 Probanden getestet, die eine Reise nach Guatemala oder Mexiko planten. Die Probanden bekamen vor ihrer Abreise im Abstand von zwei Wochen jeweils entweder das Pflaster mit Toxinen des E. coli-Bakteriums oder ein Placebopflaster verabreicht.
Das Ergebnis: 24 Reisende ohne Impfschutz und neun Geimpfte erkrankten an Durchfall. Bei drei der Teilnehmer mit Impfschutz und elf der Placebo-Probanden ließ sich ETEC im Stuhl nachweisen. Wer trotz Impfung erkrankte, hatte weniger Beschwerden und war schneller wieder fit. So erholten sich die Geimpften schon nach einem halben Tag, während die Betroffenen der Kontrollgruppe im Schnitt zwei Tage unter dem Durchfall litten.
Die Forscher wollen das Impfpflaster im nächsten Schritt in einem deutlich größeren Rahmen testen. Ob und wann der Impfstoff auf den Markt kommen wird, ist allerdings noch nicht geklärt.
Quelle: The Lancet
Und wo klebte man den Probanden das Pflaster hin? Auf die Backe?
Zum Beispiel. Oder zwischen die Backen zum Abdichten. Es ist völlig wurscht, wo man das Pflaster hinklebt. Nur auf die Zunge sollte man es sich nicht kleben
Schmeckt bitter?
[...] Ihr wisst, muss zuerst die fäkal-orale Infektionskette in Gang gesetzt werden, damit Bakterien fiesen Durchfall auslösen können. Damit das nicht [...]
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