Die Abtrittanbieterin
Wer so wie ich gern ein bisschen in der Historie stöbert, stößt womöglich hin und wieder auf Berufe, die es heute nicht mehr gibt und die uns komisch vorkommen. Glufenmacher, Stuhlschreiber, Henker, Zahnbrecher oder Pansenklopfer. Ein aus heutiger Sicht auch kurioses Beispiel ist der Beruf der “Abtrittanbieterin”, den es Ende des 18. bis Anfang des 19. Jahrhunderts gab. Das hat natürlich was mit Kacken zu tun, sonst würde ich heute nicht darüber schreiben.

Abtrittanbieterin bei der Arbeit. Fotos: www.jenanews.de
Also, bei den Abtrittanbieterinnen handelte es sich um mobile Klofrauen, die ihr Gewerbe in Großstädten ausübten. Diese Damen waren sozusagen der Vorläufer der öffentlichen Toiletten und sollten verhindern, dass die Straßen nach Fäkalien stanken. Maskiert und von einem großen Umhang verhüllt trugen sie zwei Eimer bei sich, in die hinein die Kunden sich gegen ein Entgeld erleichtern konnten. Die Eimer hatten Deckel, damit nichts heraus schwappt. An einem Balken mit Ketten angebracht wurden die Kackeimer über der Schulter getragen. Wer also unterwegs ein Bedürfnis verspürte, rief die Dame mit den Eimern herbei, ließ sich nieder und wurde dabei zum Schutz vor neugierigen Blicken kuschelig in den Umhang gehüllt. In den Eimern wurden die Fäkalien mit Stroh oder Laub vermischt, das auch den Zweck des damals noch nicht bekannten Toilettenpapiers erfüllte.
Nach der Anlage von Kanalisationen verschwand der Berufsstand dann bald wieder. Leider! Ich glaube, beim Rosenmontagszug hätte ich in diesem Aufzug ein gutes Geschäft gemacht!
Gekackt von Britt am 26. Februar 2009 um 06:22 Uhr.
Stichworte: 19. jahrhundert, beruf, historisch, klofrau






*lach* Die Idee mit dem Rosenmontagsumzug ist ja klasse. Aber mal ehrlich, irgendwie ist der Beruf schon recht ekel erregend, wie ich finde, was aber wahrscheinlich auch an der Zeit heute liegt. Interessant ist es schon, wie die öffentlichen Toiletten sozusagen entstanden sind, aber heute doch kaum noch vorstellbar.
[...] Zwischendurch gab es ja auch mal den Beruf der Abtrittanbieterin, die mit Eimer und großem Umhang bekleidet durch die Gassen zogen und mobile Toilette spielten. Aber diesem Thema hatten wir schonmal einen eigenen Artikel gewidmet: Die Abtrittanbieterin. [...]
Was für ein Scheiß-Job
Im wahrsten Sinne des Wortes oO Und dann wurden die noch mit einem Umhang “umarmt”? Damit sich der Geruch auch gut konzentriert und garantiert an der Nase vorbei kommt? Naja das müssen harte Frauen gewesen sein, ich glaube nicht, dass die heutigen Frauen sowas ertragen würden
(Mal abgesehen von Kinderwindeln, die sind auch krass)
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