Defäkation und ein bisschen Fachsprache
Wer von Euch hat jemals das Wort “defäzieren” benutzt? Also, ehrlich gesagt, ich auch nicht. “Ich bin dann mal eben defäzieren”. Nee, das klingt zwar irgendwie gut, aber im alltäglichen Sprachgebrauch ist es eher unüblich. Jedem von uns fallen wahrscheinlich auf Anhieb mindestens 20 Synonyme ein, bevor wir nur einmal einen Fachbegriff benutzen.
Selbst in Wikipedia, das für jede noch so abseitige Fragestellung Erklärungen parat hält, gibt es keinen Eintrag für “defäzieren”. Das Substantiv dazu lautet übrigens Defäkation. Darin steckt auch wieder das lateinische faeces, das “Stuhl, Kot” bedeutet. Bei “Fäkalien” weiß ja jeder sofort, was gemeint ist.
Etwas geläufiger ist der Begriff “Flatulenz”. Das kommt von flatus, der lateinischen Bezeichnung für Blähung/Wind, die gleichzeitig die korrekte Benennung der Darmgase ist. Aha, wieder was dazugelernt!
Hier eine kleine Zusammenstellung von Fachbegriffen, mit denen man seine medizinisch ungebildeten Gesprächspartner beeindrucken kann:
- Obstipation – Verstopfung
- Diarrhoe – Durchfall
- Indigestion – Verdauungsstörung
- Rectum – Enddarm
- Proktologe – Facharzt für Erkrankungen des Enddarms
- Anus – After
- Perianale Behaarung – Haare am After
- Flatulenz – Blähung
- Duodenum – Zwölffingerdarm
- Defäkogramm – Untersuchung der Stuhlentleerung
- Gastroenteritis – Magen-Darm-Grippe
- …
Gekackt von Britt am 6. September 2009 um 06:10 Uhr.
Stichworte: begriffe, medizin, sprache






Mein Vater (Prof. Dr. med.) nennt den Proktologen allerdings höchst unakademisch “Arschastromom”.
Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang der METEORISMUS – die Bauchblähung. Das Wort ist einfach nur geil, ich muss da an dicke Steine denken, die vom Himmel fallen oder im Darm ‘rumliegen
@Ulf: Proktologen sind irgendwie pervers, da kannste sagen, was Du willst…
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