Darmsanierung für das Immunsystem
Kürzlich erzählte mir eine Bekannte, dass ihr Darm saniert werden soll und sie gar nicht so genau weiß, was das bedeutet. Also habe ich mich mal schlau gemacht. In der Alternativmedizin geht man davon aus, dass der Darm das Zentrum des Immunsystems ist und die Darmbakterien in einer Symbiose mit dem Menschen leben (das mit der Symbiose ist auch von der Schulmedizin anerkannt). Die Darmbakterien stimulieren, trainieren und stärken das Immunsystem und schützen die Darmschleimhaut vor Krankheitserregern. Ist diese Symbiose durch zu viele schädliche Bakterien oder zu wenige nützliche Bakterien im Ungleichgewicht, spricht die Alternativmedizin von einer Dysbiose, die angeblich die Ursache verschiedener chronischer Krankheiten wie Magen-Darm-Störungen, Atemwegserkrankungen, Hauterkrankungen, Allergien und Harnwegsinfekte ist.

Lactobacillus, Quelle: Centers for Disease Control and Prevention's Public Health Image Library
Durch die Symbioselenkung – auch Darmsanierung genannt – soll das Gleichgewicht unter den Bakterien wieder hergestellt werden. Dabei nimmt der Patient lebende oder abgetötete Darmbakterien in Form von Kapseln, Tabletten oder Tropfen ein. Eine andere Möglichkeit ist die Einnahme eigener Darmbakterien, die zuvor einer Stuhlprobe entnommen, im Labor vermehrt und mit Flüssigkeit aufgeschwemmt wurden. Diese werden in immer höheren Dosierungen gespritzt. Die Nebenwirkungen können allergische Schocks sein und häufig kommt es zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl und einem grippeähnlichen Krankheitsverlauf.
Diese Therapien sind – wie viele andere in der Alternativmedizin auch – umstritten und ihre positive Wirkung nicht erforscht. Eine optimistische Einstellung der Patienten und der mögliche Plazeboeffekt tragen wie immer viel zur Heilung bei. Ich wünsche an dieser Stelle meiner Bekannten viel Erfolg bei der Therapie!!! Aber ich weiß jetzt gar nicht, in welcher Form sie die Darmbakterien zu sich nimmt. Muss ich nochmal fragen.
Gekackt von Dirk am 11. September 2009 um 06:17 Uhr.
Stichworte: bakterien, darm, medizin






Die Einnahmeform und das Ergebnis der Therapie würden mich auch sehr interessieren
… Ich als Alternativ-Alternativmediziner glaube ja, dass bei vernünftiger Ernährung solche Störungen garnicht erst aufkommen.
Ich habe nachgefragt: Sie bekommt tote Darmbakterien in verschiedene Akupunkturpunkte am Schlüsselbein gespritzt. Und sie ernährt sich meist sehr vernünftig, aber vielleicht fehlen ihr als Vegetarierin einfach gewisse Grundlagen wie tierische Eiweiße usw.
Ob man sich so schlecht wirklich fühlen kann, um diese Therapie durchführen zu lassen? Ich habe da meine Zweifel.
oh, mein gottttt, ins Schlüsselbein??? Ich hoffe sehr, sie überlebt es!
@Rosetta: Nicht INS Schlüsselbein, sondern drumherum, also oberhalb der Brust. Und sie sagt nach der bisher zweiwöchigen Behandlung, dass es ihr merklich besser geht. Ob das jetzt tatsächlich wirkt oder der Glaube daran, kann ich nicht beurteilen.
Einen Kommentar kacken: